Geschichte

der Feuerwehr Oberhausen

Die Vorgeschichte der FF Oberhausen

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Oberhausen geht bis in das Jahr 1865 zurück. Leider sind aus dieser Zeit nur mehr wenige Informationen über die Wehr vorhanden. Jedoch wird von mehreren großen Einsätzen sowohl im Dorf Oberhausen als auch in den benachbarten Dörfern Kriegshaber und Westheim berichtet.

Bei Kriegsende 1945 mussten dann auf Befehl der damaligen US-Besatzungstruppen alle Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet aufgelöst werden. Dies bedeutete auch das Aus für die Wehr in Oberhausen.

Die Wiedergründung

Durch den Umzug der Berufsfeuerwehr vom Zeugplatz an die Berliner Allee konnte die vorgeschriebene Hilfsfrist in den westlichen Stadtteilen nicht mehr gewährleistet werden. Bei der
Standortgenehmigung der neuen Hauptfeuerwache wurde von der Regierung von Schwaben der Stadt Augsburg zur Auflage gemacht, die Anforderungen wieder zu erfüllen.
Aus diesem Anlass wurde Brandinspektor a.D., Herr Johann Memminger, ein alteingesessener Oberhauser, gebeten sich der Wiedergründung einer Feuerwehr im Stadtteil anzuneh­men. Auf Betreiben von Herrn Memminger fand am 22. Mai 1976 zwischen Honoratioren aus Oberhausen und dem damaligen Leiter der Berufsfeuerwehr Augsburg, Ltd. Brand­direktor Josef Korschinsky ein erstes Gespräch statt.
Am 13. Juli 1976 war es dann soweit. Die Gründungsversammlung fand in der Gaststätte der Turnhalle des TSV 1871 statt. Die 44 Anwesenden gründeten den Verein und wählten gleich eine Vorstandschaft. In der Folge wurde von der 11-köpfigen Vorstandschaft eine Satzung entworfen, die Eintragung ins Vereinsregister und die Gemeinnützigkeit beantragt.

Die ersten Jahre

Mit einer Führung durch die Wache der Berufsfeuerwehr begann am 7. September 1976 die Ausbildung der anfänglich 18 aktiven Feuerwehranwärter. Die Ausbildung übernahm Brandinspektor Heinrich Häckel von der Berufsfeuerwehr. Durch die Wahl von Benedikt Kratzer zum Kommandanten am 1. Juli 1977 hatte die Oberhauser Feuerwehr jetzt neben einem Verein auch eine komplette Mannschaft.
Da die FF Oberhausen zu diesem Zeitpunkt weder ein Feuerwehrgerätehaus noch Fahrzeuge besaß, wurden Verhandlungen mit der Stadt Augsburg aufgenommen. Schließlich wurden Finanzmittel für den Umbau des alten Feuerwehrgerätehauses an der Kapellenstraße 20 bereitgestellt. Am 27. Januar 1979 begannen die Umbaumaßnahmen. Durch unermüdlichen Fleiß vieler Helfer gelang es mit tatkräftiger Unterstützung der Kameraden der Berufsfeuerwehr, überwiegend in Eigenleistung ein für die damaligen Verhältnisse ausreichendes Domizil zu schaffen.
Auch die Ausstattung mit Feuerwehrfahrzeugen nahm konkrete Formen an. Es wurden die bestehenden Katastrophenschutzeinheiten im Stadtgebiet neu geordnet und aus den dabei frei gewordenen Fahrzeugen drei TLF 8 der FF-Oberhausen zugeteilt.
Am 2. Juli 1979 bezog die junge Wehr ihr neues Domizil mit einem LF 16-TS und zwei TLF 8. Das dritte Fahrzeug musste schon damals im Katastrophenschutzgebäude am Holzweg untergebracht werden.

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Obwohl der Umbau bereits viel Zeit der Aktiven in Anspruch nahm, wurde mindestens einmal in der Woche ein Ausbildungsabend durchgeführt Die ersten Kameraden wurden an der staatlichen Feuerwehrschule Würzburg zu Gruppenführern ausgebildet. Auch wurden Sonderausbildungen für Maschinisten, Atemschutzgeräteträger und Funker besucht.

Am 21. Mai 1980 war es dann soweit. Die Mannen um Kommandant Kratzer mussten zum ersten Mal beweisen, was sie in ihrer Ausbildung gelernt hatten. Und das gleich bei einem Großbrand im Hochfeld. Die Oberhauser Floriansjünger bewältigten mit den Jahren das ganze Spektrum der Einsatzarten, vom Kleinbrand, Unwetternotdienst, Eiseinsatz bis zum Großbrand und Katastrophenalarm mit Bravour.

Der Fahrzeugpark wechselte von anfänglich drei TLF 8 über zwei LF16-TS, einem Rüstwagen (RW1) zu einem Mehr­zweckfahrzeug (MZF) und zwei Löschgruppenfahrzeugen (LF16) mit Beladung für technische Hilfeleistung. Der geänderte Fuhrpark und die gestiegenen Mannschaftszahlen von zeitweise über 40 Aktiven, ließen den Ruf nach einer angemessenen Unterkunft immer lauter werden.

Die Feuerwehr heute

Um auch zukünftig die nötige Mannschaftsstärke zu erreichen wurde 1996 die Jugendfeuerwehr gegründet. Hier wurden auch erstmals Frauen aufgenommen, welche zwischenzeitlich in die aktive Mannschaft aufgerückt sind und dort ihren „Mann“ stehen.
Doch dadurch wurde der Platzmangel noch größer. Da aufgrund der Haushaltslage mit einem Anbau (bzw. einem Neubau) in naher Zukunft nicht gerechnet werden konnte, wurden 1998 von der Stadt zwei Container beschafft und hinter der Fahrzeughalle aufgestellt.
Diese stellen jedoch nur ein Provisorium dar und ersetzen keineswegs eine Erweiterung des Gerätehauses. Durch in­tensive Bemühungen der Vorstandschaft ist ein Anbau an das bestehende Feuerwehrgerätehaus jetzt in greifbare Nähe gerückt. Zu Verdanken ist dies vor allem der guten Zusam­menarbeit mit den örtlichen Politikern, die für die Sorgen und Nöte ihrer Feuerwehr immer ein offenes Ohr haben.
Nach dem derzeitigen Planungsstand ist ein Baubeginn noch in diesem Kalenderjahr zu erwarten. Dadurch würden nicht nur der dringend benötigte Stellplatz für das dritte Fahrzeug und weiterer Lagerraum für Einsatzmaterial, sondern auch ein moderner Unterrichtsraum sowie angemessene sanitäre Einrichtungen geschaffen.
Eine wichtige Aufgabe hat der Verein auch im sozialen Bereich, sowohl für seine Mitglieder als auch für die Bevölke­rung in den Stadtteilen. Viele Veranstaltungen der Feuerwehr sind schon zur Tradition geworden, sei es der Tag der offenen Tür oder das gemütliche Beisammensein beim Weinfest.
Auch die Pflege der Kameradschaft beim Feuerwehrausflug ist inzwischen für jeden Aktiven eine willkommene Abwechslung.
Bei über 80 Einsätzen im Jahr beweisen die Aktiven, dass sie zu einer schlagkräftigen Wehr geworden sind.
Die moderne Fahrzeugflotte umfasst ein Mehrzweckfahrzeug und zwei Löschgruppenfahrzeuge (ein LF 16 und ein LF 16/12). Diese Fahrzeuge sind umfassend für die Brandbe­kämpfung und die Durchführung technischer Hilfeleistungen ausgerüstet.
Auch die Einsatzkleidung hat sich seit den Anfängen erheblich verändert. Waren es zu Beginn noch olivfarbene Einsatzanzüge aus Baumwolle, so sind es jetzt moderne Kleidungsstücke aus Nomex, einem atmungsaktiven, hitze­beständigen Material mit Goretex-Membran. Diese bieten nicht nur Schutz gegen Hitze und Verletzungen, sondern schützen darüber hinaus durch ihre auch bei Nacht auffälligen Reflexionsstreifen gegen die Gefahren im Straßenverkehr.
Bedenkt man die Einsatzvielfalt der letzten Jahre wie z.B. Großbrände, Hochwasser oder Verkehrsunfälle, so ist diese gute Ausrüstung sicherlich notwendig.
Seit der Wiedergründung hat sich das Einsatzbild entschei­dend geändert. Waren es zu Beginn noch hauptsächlich Brände, die den Einsatzalltag prägten, so sind es heute immer mehr technische Einsätze – ob Unfälle mit Menschenrettung oder Unwetternotdienst. Künftig werden wir deshalb alle noch mehr zu vielfältig geschulten Spezialisten werden. Das fordert viel Verzicht auf Freizeit und nicht zuletzt auch immer wieder große Opfer der Familienangehörigen, denen an dieser Stelle ein besonderes Dankeschön gilt.

Unsere Jahrbücher

Hier finden Sie die Jahrbücher der letzten Jahre: